Menstrual Hygiene Initiative

Aufklärungsinitiative und Aufbau einer Versorgungsstruktur zur Förderung der Menstruationshygiene in Dacope, Bangladesch

Quick Facts

Ort: Dacope Upazilla, Bangladesch

Ausführender Partner: RUPSA

Durchführung: Projekt 1 - 3 Monate
                        Projekt 2 - 6 Monate


Kernprobleme der Menstruationshygiene in Dacope

  • Enorme Tabus und Aberglauben um die Menstruation. Extrem konservative Gesellschaft.

  • Hohe Armut und niedriges Bildungsniveau (<30%).

  • 97% Frauen benutzen keine Damenbinden. Gewöhnlich werden Tücher oder Lumpen aus alten Saris verwendet.

  • Menstruationstücher können nicht richtig trocknen, da sie immer vor anderen Familienmitgliedern versteckt werden.

  • Eingeschränkter Zugang zu sanitären Anlagen und Produkten (im Umkreis ist kein Markt vorhanden).

  • Für Männer ist es sehr ungewöhnlich, Hygieneartikel für Frauen im Markt oder in der Stadt zu kaufen. Frauen sind es nicht gewohnt, alleine zu gehen. 

Dacope

Einwohner:   157.500

Frauen / Männer:   46% / 54%

Alphabetisierungsrate:   38%

Lebensunterhalt:  Landwirtschaft & Fischerei 

 


Abgeschlossene Projekte

MHI Projekt 2
Aufklärungsinitiative und Aufbau einer Versorgungsstruktur zur Förderung der Menstruationshygiene in Banishanta, Bangladesch

 

 

Projektgebiet: Dacope, Bangladesch

Projektstart: 01. April 2019                                                        Hier geht's zum Abschlussbericht

Laufzeit: 6 Monate

Begünstigte: erwartet - 3.800, erzielt - 9.141 Frauen und Mädchen

Gesamtkosten: 15.082,61 EUR
Fördermittel: 13.500 EUR, restliche Summe durch Spenden gedeckt

 

Hauptziel des Projekts war es, durch eine nachhaltige Versorgung mit Hygieneprodukten und  eine Verbreitung von grundlegendem Wissen zur Menstruationshygiene die Gesundheitsversorgung der armen Frauen und Mädchen im Projektgebiet  zu verbessern.

 

 

Folgende Punkte wurden hierfür umgesetzt:

 

1. Herstellung und Vermarktung von wiederverwendbaren Damenbinden

 

  • Es wurde eine Produktionsstätte mit drei Nähmaschinen für die Herstellung von günstigen, wiederverwendbaren Damenbinden aufgebaut. Diese wurde zudem mit einer Sterilisationsmaschine ausgestattet, um die Hygienevorgaben der Binden zu gewährleisten Um auch die Frauen in entlegenen Dörfern mit  Binden zu versorgen, wurde ein Transportfahrzeug angeschafft.
  • In einer 15-tägigen Schulung wurden 13 Frauen als Schneiderinnen für die Herstellung von Stoff-Damenbinden ausgebildet. Zusammen entwickelte man zwei Arten von Damenbinden und zwar je nach Bedarf mit Gurtsystem und Höschensystem. Nach einem Testlauf mit zehn Frauen wurden die Damenbinden, basierend auf dem Feedback der Frauen, verbessert und entsprechend angepasst. Insgesamt wurden bisher 2773 Binden-Sets hergestellt.
  • Zusammen mit den Gruppenleiterinnen und den Vertreterinnen der Schulen wurde nach einer Marktumfrage ein Vertriebs- und Vermarktungssystem für die Damenbinden entwickelt und so umgesetzt, dass die Binden auch für die ärmeren Frauen und Mädchen erschwinglich und vor allen Dingen zugänglich sind. 

2. Schulungen und Aufklärungs-Workshops zur Bewusstseinsbildung

  • Von unserer Partnerorganisation RUPSA wurden zehn Aufklärungsworkshops über die allgemeine Menstruationshygiene, die sichere und gesunde Benutzung von  wiederverwendbaren Damenbinden sowie deren Wasch- und Abfallmanagement und die Vorbereitung von Schülerinnen im neuen Menstruationsalter in verschiedenen Dörfern durchgeführt. Hieran nahmen insgesamt 2.443 Frauen und Mädchen teil.
  • In weiteren 14 Workshops an zwölf Schulen und zwei Colleges wurde bei ca. 2.100 Schülerinnen und 80 Lehrerinnen das Bewusstsein für eine gesunde Menstruationshygiene verbessert.
  • Von 18 weiblichen Gruppenleiterinnen wurden insgesamt 162 "Hofsitzungen" zum Thema Menstruationshygiene durchgeführt. Hieran nahmen 4.175 Frauen und Mädchen teil.

3. "World Menstrual Hygiene Day" am 28.05.2019

  • Am jährlich stattfindenden „World-Menstrual-Hygiene-Day“, der mit Unterstützung des MHI-Projekts unter RUPSA durchgeführt wurde, wurde auf einer Kundgebung und anschließenden Diskussion mit 200 Teilnehmern aus Regierungskreise und NGOs auf die Bedeutung des richtigen Menstruationshygienemanagements für die Gesundheit der Frauen hingewiesen.
  • Im Dorf Kakrabunia wurde eine entsprechende Kundgebung und anschließende Diskussion mit 90 Teilnehmern veranstaltet.
  • Die  Marti Mongal Secondary High School organisierte mit Unterstützung des MHI-Projekts RUPSA zu diesem Thema eine Radrally mit 40 Schülerinnen und Schülern.
  • In sieben Tageszeitungen wurde über die Veranstaltungen zum „World Menstrual Hygiene Day“ berichtet, die von unserem MHI-Projekt unterstützt wurden. 

4. Gesundheitscamps

  • Im Projektgebiet wurden drei Gesundheitscamps eingerichtet, in denen ein Gynäkologe Frauen und Mädchen behandelt hat, die aufgrund der mangelnden Menstruationshygiene gesundheitliche Probleme hatten. Laut einer vorangegangenen Umfrage leiden ca. 30% der Frauen im Projektgebiet unter diesen Umständen. Insgesamt wurden 343 Patientinnen behandelt. 

Fazit

 

Während des Projektzeitraums haben wir aufgrund unserer Erfahrungen festgestellt, dass die Gesamtnachfrage nach wiederverwendbaren Binden niedriger ist, als wir vor Projektbeginn erwartet hatten. Es wurde auch festgestellt, dass der Großteil der Nachfrage nach wiederverwendbaren Binden von Schülerinnen aus einkommensschwachen Gruppen in der Stadt Khulna kommt, obwohl wir große Anstrengungen unternommen haben, um auch Dorffrauen für unsere Binden zu begeistern. RUPSA möchte daher das Projekt unter Berücksichtigung aller auf den Erfahrungen der letzten sechs Monate beruhenden Probleme mit den folgenden Maßnahmen und dem folgenden Aktionsplan fortsetzen:

  • die Werbemaßnahmen für unsere DESHIPAD-Binden werden weiter fortgesetzt, auch online

  • die Produktion der Binden wird an den entsprechenden Bedarf angepasst

  • der subventionierte Preis für die Binden bleibt bis Ende 2019 bestehen und wird danach schrittweise angepasst, um die Betriebs- und Verwaltungskosten zu decken


MHI Projekt 1

Aufklärung und Bindenversorgung für Banishanta

 

Projektstart: 05.03.2018                                       Hier geht's zum Abschlussbericht

Laufzeit: 3 Monate

Begünstigte: 250 Frauen im Alter zwischen 12 und 45 Jahren

 

Für unsere Menstrual Hygiene Initiative führten wir ein erstes Projekt in kleinem Maßstab durch, um trotz unserer detaillierten Vorplanung auf eventuelle Probleme vor Ort flexibler eingehen zu können. Diese konzentriert sich auf das Dorf Banishanta und wird mit unserer Partnerorganisation RUPSA durchgeführt. Die Gesamtkosten betrugen 834€.

Einblicke in unser erstes MHI-Projekt


Was sind unsere Ziele?

Das Projekt verfolgt einen mehrstufigen Kommunikationsansatz zur Sensibilisierung von Mädchen und Frauen zum Thema Menstruationshygiene. 

1. Die Kette des Schweigens durchbrechen

Da die Menstruation ein vernachlässigtes Thema ist, sprechen Frauen und Mädchen im Projektgebiet nicht über das Thema und sind nicht in Entscheidungsprozesse involviert - zum Beispiel Haushaltsentscheidungen, um eine Toilette zu bauen oder Geld für Damenbinden auszugeben. Das Ergebnis ist ein Mangel an Einrichtungen und Dienstleistungen, z.B. ein Mangel an separaten Toiletten für Mädchen an Schulen. Es kommt zu einem Mangel an sozialer Unterstützung, während eine Kultur der Angst, Schande, Verlegenheit und Stille den Kreis der Vernachlässigung vervollständigt. Diese Pilotinitiative zielt darauf ab, den Kreis des Schweigens durch gezielte Sensibilisierung, Kapazitätsaufbau und Wissensaustausch über Menstruation und Menstruationshygiene zu brechen.

2. Eine unterstützendes Umfeld schaffen

Im Dorf West-Banishanta führen Menstruations-Tabus zu ernsthaften Einschränkungen der täglichen Aktivitäten von Frauen und Mädchen. Da Menstruation als Schande angesehen wird, bedeutet dies oft, dass Frauen die Menstruationshygiene nicht frei diskutieren können. Um das Leben von Frauen und Mädchen zu verbessern, planen ASCEND und RUPSA ein unterstützendes Umfeld für Frauen zu schaffen. Zusammen mit den Gemeinden werden über verschiedene Kanäle wie z.B. bei Gemeindeveranstaltungen, entsprechenden Schulungen, Versammlungen, etc. Maßnahmen zur Bewusstseinsförderung getroffen, die die Stigmatisierung und Schande zerstreuen sollen.

3. Bewusstsein, Kenntnisse und Wissen verbessern

Wegen der Stigmatisierung und der Stille, die dieses Thema umgibt, wissen Frauen und Mädchen aber auch Männer und Jungen oft sehr wenig über Menstruation und Menstruationshygiene. Um diese kritische Lücke zu bewältigen, beabsichtigen ASCEND und RUPSA, die Menstruationshygiene durch Gemeinschaftsplattformen wie Schulen, Gemeinden sowie im Gesundheitswesen zu fördern. Das Zielpublikum könnte von lokalen Regierungsbeamten über traditionelle Anführer bis hin zu örtlichen Gesundheitsbeauftragten reichen, die alle dazu beitragen könnten, wichtige Informationen zur Menstruationshygiene in den Gemeinden zu verbreiten.

4. Verbesserung des Zugangs zu Sanitärprodukten

In West-Banishanta haben Frauen und Mädchen keinen Zugang zu hochwertigen und sauberen Hygieneprodukten. Mit diesem Projekt will ASCEND die Verfügbarkeit, die Bezahlbarkeit und das Angebot an Menstruationshygieneprodukten durch die Partnerschaft mit RUPSA, Sozialunternehmen und den örtlichen Interessenvertretern sicherstellen. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase beabsichtigt ASCEND, die Finanzierung zusammen mit Partnerorganisationen in Bangladesch zu erstellen, und mitzuhelfen, Märkte oder Geschäfte mit Menstruationshygieneprodukten einzurichten, einschließlich der Beschaffung der Materialien, die zur Herstellung von Damenbinden benötigt werden, und der Einlagerung der notwendigen Menstruationshygieneartikel in den Märkten/Geschäften.

5. Schaffung frauengerechter Sanitäranlagen

Frauen und Mädchen benötigen eine sichere und separate Sanitäranlage zu Hause, in der Schule und am Arbeitsplatz, damit sie diskret und bequem auf Toilette gehen und/oder ihre Binden wechseln können. Die wichtigsten Aspekte, die zu diesem Projekt gehören sind: 

  • Zugang zu sauberem Wasser und Möglichkeiten zur Handwäsche in oder in der Nähe der Anlagen; 

  • Die Möglichkeit, die Latrine von innen zu verschließen; 

  • Diskrete Entsorgung der Binden in Mülleimer; 

  • Ein Ort, um wiederverwendbare Menstruationspads zu trocknen.

Ein nationales Problem

In Bangladesch ist die Teilnahme an der Gesellschaft von Frauen und Mädchen während der Menstruation durch den kulturellen Glaube und soziale Normen beschränkt. Darüber hinaus macht es der begrenzte Zugang zu sauberem Wasser, ordnungsgemäßen Sanitäranlagen und hygienischen Damenbinden für Frauen schwierig, ihre Menstruation hygienisch zu bewältigen. Infolgedessen sehen sich viele (junge) Frauen in Bangladesch erheblichen körperlichen und sozialen Herausforderungen während ihrer Menstruationsperiode gegenüber. In Bangladesch verwenden 95% der Frauen keine Damenbinden. Sie benutzen alte Lumpen, die weder bequem noch hygienisch sind, und die zu Krankheiten und Arbeitsausfall führen.

 

Eine Umfrage von UNICEF zeigte kürzlich, wie die bangladeschischen Frauen mit der Menstruation umgehen und stellte dabei fest, dass mindestens ein Drittel der Frauen ihre Menstruations-Lumpen an schmutzigen Orten verbergen. Eine von drei Mädchen versäumt es, ihre Tücher regelmäßig zu wechseln oder sie nach Gebrauch mit Seife oder Waschmittel zu waschen. Nur die Hälfte der Frauen trocknete ihre Lumpen unter freiem Himmel in der Sonne – was eine Voraussetzung für die Abtötung gefährlicher Bakterien und Keime ist. Der unzureichende Umgang mit der Menstruationshygiene führt zu weit verbreiteten Vaginal- und Harnwegsinfektionen.

 

Hinzu kommt, dass Frauen und Mädchen in armen Familien dazu neigen, keine medizinische Hilfe zu suchen, auch nicht bei schweren Infektionen. Eine bevölkerungswissenschaftliche Umfrage in Bangladesch aus dem Jahr 2014 zum Thema Gesundheit ergab, dass über die Hälfte der Frauen erst eine medizinische Behandlung suchen, wenn Ihr Mann es ihnen erlaubt. Auch wenn der Mann entscheidet, dass seine Frau oder Tochter eine medizinische Versorgung benötigt, kann ein Drittel der Frauen nicht alleine in ein Krankenhaus oder Gesundheitszentrum reisen.

 

Darüber hinaus existieren zu weiblichen Gesundheitsproblemen in der Gesellschaft nach wie vor erhebliche Tabus und Hemmschwellen. Frauen, die an einer vaginalen Infektion leiden, erhalten daher selten eine ärztliche Behandlung. Um solche gesundheitlichen Risiken zu verringern und zu vermeiden, sind umfassende Aufklärungs- und Bildungskampagnen besonders bei den ärmeren und weniger gebildeten Familien in Bangladeschs ländlichen Regionen, wo Tabus und Hemmschwellen am stärksten sind, fundamental wichtig.

Wie wurden die Spendenmittel verwendet?

Material

In der Pilotphase wird eine Versorgung der Dorfbewohner mit hygienischen Damenbinden etabliert. Für das Training, die Schulungen und zur Aufklärung werden in den ersten zwei Monaten des Projekts die Damenbinden an die Dorfbewohnerinnen und Schulmädchen kostenlos verteilt. Die Materialkosten in der Pilotphase umfassen somit Damenbinden für zwei Monate sowie deren Transportkosten von der nächsten Stadt in das Dorf.

 

Training 

Das Training und die Schulungen werden von Helfern von ASCEND durchgeführt und von RUPSA begleitet. Für das Training sind geringe Aufwendungen notwendig, wie Trainingsunterlagen, Banner für die Aufklärungskampagnen und Verpflegungskosten während der Kampagnen.

 

Nebenkosten

In der Pilotphase fallen ebenfalls geringe Nebenkosten an, wie Transportkosten für unsere Helfer und Organisations- und Genehmigungskosten für die Durchführung des Projekts, die für die Durchführung des Projekts ebenfalls sehr wichtig sind.