Menstrual Hygiene Initiative

Aufklärungsinitiative und Aufbau einer Versorgungsstruktur zur Förderung der Menstruationshygiene in Banishanta, Bangladesch

Quick Facts

Ort: Dacope Upazilla, Bangladesch

Ausführender Partner: RUPSA

Durchführung: 3-monatiges Pilotprojekt,
                        6-monatiges Hauptprojekt


Kernprobleme in Banishanta

  • Enorme Tabus und Aberglauben um die Menstruation. Extrem konservative Gesellschaft.

  • Hohe Armut und niedriges Bildungsniveau (<30%).

  • 97% Frauen benutzen keine Damenbinden. Gewöhnlich werden Tücher oder Lumpen aus alten Saris verwendet.

  • Menstruationstücher können nicht richtig trocknen, da sie immer vor anderen Familienmitgliedern versteckt werden.

  • Eingeschränkter Zugang zu sanitären Anlagen und Produkten (im Umkreis ist kein Markt vorhanden).

  • Für Männer ist es sehr ungewöhnlich, Hygieneartikel für Frauen im Markt oder in der Stadt zu kaufen. Frauen sind es nicht gewohnt, alleine zu gehen. 

Banishanta

Einwohner:    16.124

Frauen / Männer:    49% / 51%

Siedlungen:    21

Lebensunterhalt:    Landwirtschaft und Fischerei


Aktuelle Projekte

MHI Hauptprojekt

 

Projektstart: Voraussichtlich Anfang des Jahres 2019 

Laufzeit: 6 Monate

Begünstigte: 3.800 Frauen und Mädchen

 

Zusammen mit unserer Partnerorganisation RUPSA plant ASCEND eine weitere Runde an Aufklärungstrainings in zehn weiteren Dörfern der Region und insbesondere an der Etablierung von kleinen Dorfläden, welche die Sanitärprodukte in Zukunft eigenständig und langfristig herstellen sollen. Somit werden sowohl der Zugang zu ebendiesen Produkten als auch weitere Jobmöglichkeiten speziell für Frauen sowohl in der Produktion in Kakra Bunia als auch im Verkauf der Binden in den einzelnen Dörfern sichergestellt. Darüber hinaus sollen drei Gesundheitscamps in den Dörfern Kakra Bunia, Chunkuri und West-Banishanta zur Behandlung menstruationsbedingter Krankheiten etabliert werden. Die Projektkosten werden sich circa auf 15.000 € belaufen, für die wir aktuell auf Fördermittel- und Spendensuche sind.

Abgeschlossene Projekte

MHI Pilotphase

 

Projektstart: 05.03.2018 

Laufzeit: 3 Monate

Begünstigte: 250 Frauen im Alter zwischen 12 und 45 Jahren

 

Für unsere Menstrual Hygiene Initiative führen wir zunächst eine Pilotphase in kleinem Maßstab durch, um trotz unserer detaillierten Vorplanung auf eventuelle Probleme vor Ort flexibler eingehen zu können. Diese konzentriert sich auf das Dorf Banishanta und wird mit unserer Partnerorganisation RUPSA durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 834€, so dass es sich um die Pro-Kopf-Kosten von 3,34€ pro Person handelt. 

Einblicke in das Pilotprojekt

Was sind unsere Ziele?

Das Projekt verfolgt einen mehrstufigen Kommunikationsansatz zur Sensibilisierung von Mädchen und Frauen zum Thema Menstruationshygiene. 

1. Die Kette des Schweigens durchbrechen

Da die Menstruation ein vernachlässigtes Thema ist, sprechen Frauen und Mädchen im Projektgebiet nicht über das Thema und sind nicht in Entscheidungsprozesse involviert - zum Beispiel Haushaltsentscheidungen, um eine Toilette zu bauen oder Geld für Damenbinden auszugeben. Das Ergebnis ist ein Mangel an Einrichtungen und Dienstleistungen, z.B. ein Mangel an separaten Toiletten für Mädchen an Schulen. Es kommt zu einem Mangel an sozialer Unterstützung, während eine Kultur der Angst, Schande, Verlegenheit und Stille den Kreis der Vernachlässigung vervollständigt. Diese Pilotinitiative zielt darauf ab, den Kreis des Schweigens durch gezielte Sensibilisierung, Kapazitätsaufbau und Wissensaustausch über Menstruation und Menstruationshygiene zu brechen.

2. Eine unterstützendes Umfeld schaffen

Im Dorf West-Banishanta führen Menstruations-Tabus zu ernsthaften Einschränkungen der täglichen Aktivitäten von Frauen und Mädchen. Da Menstruation als Schande angesehen wird, bedeutet dies oft, dass Frauen die Menstruationshygiene nicht frei diskutieren können. Um das Leben von Frauen und Mädchen zu verbessern, planen ASCEND und RUPSA ein unterstützendes Umfeld für Frauen zu schaffen. Zusammen mit den Gemeinden werden über verschiedene Kanäle wie z.B. bei Gemeindeveranstaltungen, entsprechenden Schulungen, Versammlungen, etc. Maßnahmen zur Bewusstseinsförderung getroffen, die die Stigmatisierung und Schande zerstreuen sollen.

3. Bewusstsein, Kenntnisse und Wissen verbessern

Wegen der Stigmatisierung und der Stille, die dieses Thema umgibt, wissen Frauen und Mädchen aber auch Männer und Jungen oft sehr wenig über Menstruation und Menstruationshygiene. Um diese kritische Lücke zu bewältigen, beabsichtigen ASCEND und RUPSA, die Menstruationshygiene durch Gemeinschaftsplattformen wie Schulen, Gemeinden sowie im Gesundheitswesen zu fördern. Das Zielpublikum könnte von lokalen Regierungsbeamten über traditionelle Anführer bis hin zu örtlichen Gesundheitsbeauftragten reichen, die alle dazu beitragen könnten, wichtige Informationen zur Menstruationshygiene in den Gemeinden zu verbreiten.

4. Verbesserung des Zugangs zu Sanitärprodukten

In West-Banishanta haben Frauen und Mädchen keinen Zugang zu hochwertigen und sauberen Hygieneprodukten. Mit diesem Projekt will ASCEND die Verfügbarkeit, die Bezahlbarkeit und das Angebot an Menstruationshygieneprodukten durch die Partnerschaft mit RUPSA, Sozialunternehmen und den örtlichen Interessenvertretern sicherstellen. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase beabsichtigt ASCEND, die Finanzierung zusammen mit Partnerorganisationen in Bangladesch zu erstellen, und mitzuhelfen, Märkte oder Geschäfte mit Menstruationshygieneprodukten einzurichten, einschließlich der Beschaffung der Materialien, die zur Herstellung von Damenbinden benötigt werden, und der Einlagerung der notwendigen Menstruationshygieneartikel in den Märkten/Geschäften.

5. Schaffung frauengerechter Sanitäranlagen

Frauen und Mädchen benötigen eine sichere und separate Sanitäranlage zu Hause, in der Schule und am Arbeitsplatz, damit sie diskret und bequem auf Toilette gehen und/oder ihre Binden wechseln können. Die wichtigsten Aspekte, die zu diesem Projekt gehören sind: 

  • Zugang zu sauberem Wasser und Möglichkeiten zur Handwäsche in oder in der Nähe der Anlagen; 

  • Die Möglichkeit, die Latrine von innen zu verschließen; 

  • Diskrete Entsorgung der Binden in Mülleimer; 

  • Ein Ort, um wiederverwendbare Menstruationspads zu trocknen.

Ein nationales Problem

In Bangladesch ist die Teilnahme an der Gesellschaft von Frauen und Mädchen während der Menstruation durch den kulturellen Glaube und soziale Normen beschränkt. Darüber hinaus macht es der begrenzte Zugang zu sauberem Wasser, ordnungsgemäßen Sanitäranlagen und hygienischen Damenbinden für Frauen schwierig, ihre Menstruation hygienisch zu bewältigen. Infolgedessen sehen sich viele (junge) Frauen in Bangladesch erheblichen körperlichen und sozialen Herausforderungen während ihrer Menstruationsperiode gegenüber. In Bangladesch verwenden 95% der Frauen keine Damenbinden. Sie benutzen alte Lumpen, die weder bequem noch hygienisch sind, und die zu Krankheiten und Arbeitsausfall führen.

 

Eine Umfrage von UNICEF zeigte kürzlich, wie die bangladeschischen Frauen mit der Menstruation umgehen und stellte dabei fest, dass mindestens ein Drittel der Frauen ihre Menstruations-Lumpen an schmutzigen Orten verbergen. Eine von drei Mädchen versäumt es, ihre Tücher regelmäßig zu wechseln oder sie nach Gebrauch mit Seife oder Waschmittel zu waschen. Nur die Hälfte der Frauen trocknete ihre Lumpen unter freiem Himmel in der Sonne – was eine Voraussetzung für die Abtötung gefährlicher Bakterien und Keime ist. Der unzureichende Umgang mit der Menstruationshygiene führt zu weit verbreiteten Vaginal- und Harnwegsinfektionen.

 

Hinzu kommt, dass Frauen und Mädchen in armen Familien dazu neigen, keine medizinische Hilfe zu suchen, auch nicht bei schweren Infektionen. Eine bevölkerungswissenschaftliche Umfrage in Bangladesch aus dem Jahr 2014 zum Thema Gesundheit ergab, dass über die Hälfte der Frauen erst eine medizinische Behandlung suchen, wenn Ihr Mann es ihnen erlaubt. Auch wenn der Mann entscheidet, dass seine Frau oder Tochter eine medizinische Versorgung benötigt, kann ein Drittel der Frauen nicht alleine in ein Krankenhaus oder Gesundheitszentrum reisen.

 

Darüber hinaus existieren zu weiblichen Gesundheitsproblemen in der Gesellschaft nach wie vor erhebliche Tabus und Hemmschwellen. Frauen, die an einer vaginalen Infektion leiden, erhalten daher selten eine ärztliche Behandlung. Um solche gesundheitlichen Risiken zu verringern und zu vermeiden, sind umfassende Aufklärungs- und Bildungskampagnen besonders bei den ärmeren und weniger gebildeten Familien in Bangladeschs ländlichen Regionen, wo Tabus und Hemmschwellen am stärksten sind, fundamental wichtig.

Wie kannst du helfen?

Egal ob kleine oder große Spenden -  mit jedem Cent unterstützt du unsere Arbeit in Banishanta! 

Spenden sende bitte mit dem Verwendungszweck "MHI" auf unser Konto. 

 

Für Online-Spenden klicke bitte hier: 

Für Einmal- oder Dauerspenden per Bankeinzug findest du das Spendenformular hier:

 Falls du uns deine Spende überweisen möchtest, sende sie bitte mit dem Verwendungszweck "Water4Dacope" an folgendes Konto:

 

Spendenkonto

Association for Sustainable Community Enacted Development e. V.

IBAN: DE36 4306 0967 2037 8043 00

BIC: GENODEM1GLS

 

Bitte sende uns nach der Spende eine kurze Mail mit deinem Namen und deiner Anschrift zu - wir werden dir umgehend eine Spendenbescheinigung zukommen lassen und dich regelmäßig über die Projektfortschritte informieren.

Wie werden die Mittel verwendet?

Material

In der Pilotphase wird eine Versorgung der Dorfbewohner mit hygienischen Damenbinden etabliert. Für das Training, die Schulungen und zur Aufklärung werden in den ersten zwei Monaten des Projekts die Damenbinden an die Dorfbewohnerinnen und Schulmädchen kostenlos verteilt. Die Materialkosten in der Pilotphase umfassen somit Damenbinden für zwei Monate sowie deren Transportkosten von der nächsten Stadt in das Dorf.

 

Training 

Das Training und die Schulungen werden von Helfern von ASCEND durchgeführt und von RUPSA begleitet. Für das Training sind geringe Aufwendungen notwendig, wie Trainingsunterlagen, Banner für die Aufklärungskampagnen und Verpflegungskosten während der Kampagnen.

 

Nebenkosten

In der Pilotphase fallen ebenfalls geringe Nebenkosten an, wie Transportkosten für unsere Helfer und Organisations- und Genehmigungskosten für die Durchführung des Projekts, die für die Durchführung des Projekts ebenfalls sehr wichtig sind.